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Ein Bulle zum Spass

Kano steht an der Ecke 48ste Strasse und Madison Avenue. Er redet wie ein Wasserfall. Optimistisch, farbig und afrikanisch.

Er trägt einen synthetischen Anzug, attraktive Kravatte und eine goldene Armbanduhr. Seine Schuhe tragen Hochglanz. Sein Plakat wirbt für zwei Anzüge zum Preis von einem. Jetzt beendet er sein regenbogenfarbenes Gespräch. Ich gehe auf ihn zu und frage ob ich ihn etwas fragen darf. Er lacht, bitte schön, fragen sie was sie wollen.

Welche Sprache haben sie in ihrem Gespräch nach Afrika gesprochen? Ha, Sie kennen Mali? Meine Heimat? Nein, bei weitem nicht, antworte ich ihm. Ich lese darüber, weil ich auch ein neugieriger Mensch bin.

Nun, lacht er, ich habe einen Bullen gekauft, fährt er fort, und der wird nach Mali verschifft. Für meinen Bruder. Ich besitze ein Duzend Kühe und die brauchen mehr Spass. Damit wird mein Bruder ein wohlhabender Mann in seinem Dorf.

Das ist ja grosszügig, entgegne ich ihm. Ja, ja meint er mit runzliger Stirn. Er will nach New York kommen und sein Geld hier verdienen. Was soll ich tun? Der Bulle ist da, mein Zimmer zu klein und in Ruhe schlafen will ich auch. Er hat mein neues Angebot akzeptiert, ich verschiffe ihm einen Gebrauchtwagen, sobald er drei neue Kälber präsentieren kann.

Gute Idee, aber was geschieht, wenn er das Aute bekommen hat? Mit Sicherheit wird er es verkaufen und ein Flugbillet nach NY kaufen. Nun, bis dahin habe ich mehr Verdienst und lebe in einer grössere Wohnung. Er lacht und meint, dann hat auch er Platz um in Ruhe schlafen zu können. So behalten wir den Frieden. Wir lachen und ich gehe von dannen.

Fifa, der Lehrling

Fifa's Chef ist gestern wegen Bestechung suspendiert worden. Sein Assistent hat die vakante Position übernommen.

Nun erfahren wir, dass er wegen Komplizenschaft verhört wird.

Seine nächst höhere Mitarbeiterin musste passen, weil sie die schwarze Kasse vom Chef geführt hat.

Und die Telefonistin? Sie ist untergetaucht, hat sie doch versucht den Staatsanwalt zu bestechen.

Damit bleibt Fifa, der Lehrling übrig.

Der superschlaue Fifa, wie er wegen seinem fussballerischen Talent gerufen wird, hat abgewunken. In diesem Sauladen stinkt es nach Schmierseife. Ich gehe.

Asta la Vista!

Grillieren
Die Sonne brennt wie Holzkohle, die Würste schwitzen, Hunde bellen, Kinder schreien wie am Spiess, Moskitos spielen Kamikaze, Schweiss rollt über die Bäuche, rauchig schmeckt die Luft, die Mägen knurren, das Bier wartet kühl und geil, kein Papier auf dem Klo, die Spülung blockiert, alles ist voller Fliegen, der Duft unerträglich, das Wasser abgestellt, die Handtücher gestohlen, dein Nachbar flucht schon wieder ohne Grund, - das wird ein toller Grill Tag.

Dem Montag stehen die Haare zu Berg.

Lachen.jpg

BUSINESS AS USUAL
Kann ich an ihren Tisch sitzen?
frage ich den Herrn im Starbucks Café. Klar, nehmen sie Platz. Ich setze mich hin und stelle meinen Café ab. Der Sitznachbar wählt grad eine Nummer auf seinem Mobiltelefon.
So etwa 99.99 US Dollar schätze ich
Billig und laut. "Alcatraz, seine Tätowierung am Hals passt dazu. Er blättert durch einen Stapel zerknitterter Papiere. Sie sind übersäht mit fettigen Flecken und am Rand eingerissen.

Business_as_usual.jpgEine Kuh muss sie gekaut haben
Seine offene Nylon Mappe steht unter dem Tisch. Gefüllt mit weiteren Papieren. Er beendet grad seinen Anruf, "Also, ich rufe nächste Woche an". Dann schaut er hinüber zum Nachbar.
Da sitzt er, sein Kollege
Der muss die gleiche Kuh kennen. Sie hat auch seine
Papiere durchgesehen.
Es sind wahre Kunstwerke
Randvoll mit Lettern bekritzelt. Weisser Raum findet man nur in wenigen Vokalen. Alles andere überlappt sich.
Wer sind sie?
Mein Gegenüber könnte ein Boxpromoter sein. Schwarze, pomadisierte Haare, nach hinten gekämmt. Tätowierung am Nacken, Grau-grüne Zähne, viel Schwarz unter den Fingernägeln. Offenes Hemd über den Jeans.
Die Schuhe?
Eine Beleidigung für die Schuhwelt. Die Socken sind noch in der Wäscherei.
Sein Kollege am anderen Tisch?
Müsste ein Boxer sein. Etwas vergilbt, also ein ehemaliger. Sein grauer Trainingsanzug ist eine Nummer zu gross. Wahrscheinlich waren es auch seine Gegner.
Also kein Champion
Beide sind auch nicht erfolgreich. Sie rufen immer zur falschen Zeit an. Das sind ihre eigenen Worte, "Also dann, nächste Woche" und "Kann er mir zurückrufen" oder etwa so, "In den Ferien?, aber auch "Ah, beim Lunch" oder so, Was, nicht mehr in der Firma?", wie auch so, "Wann ist er wieder erreichbar?" Und viel ähnliches.
Sie haben kein zuhause,
keine Firma, kein Büro, keine Kunden und keinen Verdienst. Starbucks ist ihre Welt. Tagsüber, nachts schmieden sie ihre Business Pläne im Obdachlosenheim.


Das ist Amerika
Man lässt jeden leben wie es ihm gefällt. Passieren kann ja nichts. Die Welt ist ja schon längst bankrott.

David Copperfield
hat sich mit einem neuen Trick in Luft aufgelöst.
Vergebens wartete das Publikum auf sein wieder erscheinen.
Heute ist er als vermisst gemeldet.

In Jaipur, im Staat von Rajasthan, ist ein Bettler aufgetaucht, der jedes mal ein Kaninchen aus seinem Ärmel zieht, wenn ein Kind ihm ein Almosen in den Hut legt.

Und aus dem Nichts hört er immer wieder dieselbe Stimme, "Ich hatte dich gewarnt, den Trick auszuführen, aber hast nicht auf mich gehört. Damit hast Du alle deine Wünsche verbraucht. Nutze die Chance und mach dich wieder zum Zauberkünstler".

In einem Selbstgespräch
geriet ein Mann mit sich selbst in einen Streit, weil er zwei unterschiedliche Meinungen vertrat. Ein wüstes Handgemenge entstand, wobei er die Kontrolle darüber verlor. Er hörte noch den Schuss aus seiner Pistole und brach danach tödlich getroffen zu Boden. Jetzt sitzt er Lebenslänglich.

Der Taxifahrer
Er fragt mich nach dem Namen des Hundes, den ich mit mir führe. "Tucker", sage ich, "ein CockerPoo".

Er hält an der Ampel und wendet sich mir zu, "Ich füttere dieses elternlose Katzenbaby" meint er und beginnt mir diese Geschichte zu erzählen, wo er Futter von der Abfalltonne sammelt und es jeden Morgen mit sich bringt. "Sie muss ja essen, nicht wahr?". Es wird Grün und er fährt weiter, "Was du Anderen Gutes tust, kommt irgendwann zu dir zurück", sagt er mir mit ernster Stimme.

"Dieser verdammter Drecksack"
schreit er plötzlich und drückt das Gaspedal. Er folgt einem Wagen bis er auf dessen Höhe fährt und schaut hinüber zum Fahrer. Laut meint er, "Einwanderer, dumm, blöd und kann nicht autofahren". Er will ihn blockieren, lässt dann ab davon. Wir sind am Ziel angekommen.

Ich gebe ihm da Fahrgeld und mehr Tip als üblich.

"Oh, vielen Dank" lacht er überrascht. "Sie sind ein Gentleman".

"Gerne geschehen, das ist für den weisen Ratschlag", "Was Du Anderen Gutes tust kommt irgendwann zu dir zurück".

Ueli Maurer der Pilot

"Ueliii, komm nach Hause, es gibt z'Nacht", ruft die Mutter aus dem Küchenfenster.

Ueli Maurer ist fertig mit spielen. Er springt auf das Militärfahrrad und rast kopflos Heim zu. Kurz vor dem Haus trifft sein Vorderrad auf den Stein. Das Fahrrad überschlägt sich. Ueli wird vom Sattel geschleudert. Er fliegt mit Überschall über den Hühnerstall in den dahinter liegenden, feuchten Misthaufen.
Während seiner Flugphase hat er die Liebe zum Fliegen entdeckt. Im Misthaufen liegend, unkenntlich für den Feind, erkannte er die Wichtigkeit einer gut getarnten Luftwaffe. Als Bundesrat setzt er jetzt seine Jugenderfahrung ein, dem Land das beste Düsenflugzeug zu kaufen. Man sagt, seine Idee sei auf dem Mist gewachsen.

Ueli Maurer mit dem Velo gestürzt

Zwei Männer stehen auf dem Gehsteig.
Einer geht auf den frisch gewaschenen Mercedes zu, zeigt mit dem Finger auf die Lackierung und meint, "Schau, hier hast "Du" einen Kratzer".

"Ja, ich hab's gesehen" sagt der Besitzer mit zitteriger Stimme. "Schade. Er fährt mit dem Zeigefinger und seiner trauriger Miene über die Katastrophe".

"Am Sonntag poliere ich ihn heraus", meint er nun optimistisch.
"Ich habe dann ich richtig Zeit dafür. Meine Frau ist mit den Kindern im Schwimmbad".

Zwei Männer stehen auf dem Gehsteig

Reality Show im Restaurant
Ein Raum, wo zu viele und zu kleine Tische und unbequeme Stühle in Reih und Glied aufgestellt sind. Sie erinnern die Besucher daran, aufrecht zu sitzen, sich anständig zu benehmen und Zahnstocher aus Stilgründen zu ignorieren oder nur auf der Toilette zu benutzen.

Auf jedem Tisch steht, sauber aufgereiht, Salz, Pfeffer, Mayonnaise und Senf. Damit kann man den Mann in der Küche kreativ unterstützen. Der Kellner empfiehlt dir das beliebteste Menu. Dasjenige, woran der Restaurateur am meisten verdient. Unvergesslich schmecken sie mit wohlklingenden Sausen.

Weil es anders schmeckt als vorgestellt, wird eine Flasche Wein bestellt, um den schalen Geschmack zu betrügen. Weil der Begleiter oder die Begleiterin meistens langweilig ist und voraussichtlich Sex nicht drin liegt, wird nochmals eine Flasche Wein bestellt. Gefolgt von einer Zigarre, um die Langeweile in Rauch aufzulösen.

Solche Abende in derart dekorierten Häusern enden oft tragisch. Mit Tränen, Streit oder Frust. So trennt man sich und geht eigene Wege, in der Hoffnung von jemand nettem aufgerissen zu werden, um die späte Nacht mit einer Flasche Wein fortzusetzen und eine Zigarre zu zünden, wenn kein Sex drin liegt.

Nach solch verlängerten Abenden landet man im eigenen Badezimmer, mit dem Kopf in der Toilettenschüssel. Der folgende Tag beginnt mit diesen bekannten Schmerzen im Kopf, flimmernden Augen und der fremden Person vor dir im Spiegel, die einfach stehen bleibt und dich dumm und fragend anschaut.

So ein Scheissding. Besser zuhause essen, mit Fernsehen, Kühlschrank und Barfuss.

Aber, aber, Herr Beckham!

Susi kommt nach Hause gerannt, ausser Atem. "Mami, Mami, Herr Beckham hat mir seine Unterhosen gezeigt?"

Die Mutter, "Waaas?"

Susi, nach Atem ringend, "Ja, auf der Strasse. Er steht immer noch dort".

"So ein Schwein", ruft Mami aus, "das hat noch gefehlt. Komm, rufen wir Frau Beckham an".

Susi hört ihr Mami am Telefon, "Victoria", "Victoria", ganz energisch, "David exhibitioniert sich auf der Strasse. Das ist eine Schweinerei".

Susi hört Frau Beckham erwidern,
"Nein, nein, das ist nicht so gemeint. Er macht das nur für Männer. Reich sein ist halt teuer und von irgend etwas müssen wir auch leben".

Mami, ganz erstaunt, "Für Männer? Ja, wohnt er nicht mehr bei ihnen zu Hause?".

"Nein, äh doch, doch", meint die hysterische Victoria, "das verstehen sie falsch und übrigens muss ich jetzt gehen".

"Victoria", ruft Mami mit fordernder Stimme, "Sie gehen jetzt nicht weg, wir haben da noch ganz andere Fragen für sie".

iStress.jpg

iStress, Apple's new LapTop for busy People

Die Regentropfen

Gestern hatte ich die Einladung erhalten.
Jetzt ist es früh am morgen und ich bin unterwegs um die Einladung einzulösen.

Von Mlliarden Wassertropfen werde ich mit freudigen Schreien und Jauchzern empfangen. Im nu bin ich Pude!nass.

Pudelnass wie ich bin gibt man mir einen Platz in einem Rudel von wilden Regentropfen, von wo ich ihr tun beobachten kann. Los geht's.

Wir befinden uns im freien Fall. Windböen schütteln uns heftig durch.

Ein wilder Haufen Wassertropfen fliegt an uns vorbei. Einer der Tropfen ruft "Schaut, ein offenes Schlafzimmerfenster".

"Juhee", schreit einer und schon ändern sie ihre Flugrichtung. Ihr Jauchzen ist noch lange zu hören.

"Schaut mal da, eine Schulklasse ohne Regenschutz', ruft eine andere Gruppe. "Nichts wie hin". Ihr kreischen vermischt sich mit den Schreien der Kinder.

Da, eine andere Gruppe von Wilden entdeckt den Fluss, der sich durch sein Bett schlängelt.

"Dem geben wir es", schreien sie. Im Sturtzflug bringen sie ihm das Verderben.

Er läuft über.

"Halt, halt, das ist genug. Der überschwemmt ja alles".

Zu spät wird Vernunft angenommen. Es war einfach zu lustig. Man nennt es im Wetterjargon "Orkanartige Regenböen". Oder einfach "Tanz mit Wasser".

Zuhause trockne ich mich mit einem frischen Badetuch.

"Der orkanartige Sturm von heute morgen hat die Einwohner hart getestet. Scheiben sind zu bruch gegangen, Dachziegel weggeflogen, Bäume gefällt, Autos beschädigt, unzählige Schäden sind gemeldet. Die Thur ist überlaufen.

Ich bin soeben entspannt eingeschlafen.

Die Regentropfen

Trockenschleuder.jpg

"Shit!"

Diese bemerkenswerte Aussage hört man täglich, in der U-Bahn, am Arbeitsplatz, an Hochzeiten und auch in Kindergärten. Neuestens hört man es auch von Neugeborenen. Jetzt ist es in den Staaten offiziell anerkannt, als dasjenige Wort, welches Säuglinge als erstes kurz nach der Geburt heraus schreien.

Mir stinkt's langsam.

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Samstag. Die Post in Harlem

Übrigens war ich noch im Postgebäude um zwei Pakete abzuholen. Vor mir steht ein schwarzer am Schalterfenster. Ich hörte ihn jetzt zum zweiten mal gereizt sagen, "Ich hab doch gerade gesagt, eines nach dem andern". In der einen Hand hielt er drei Abholzettel, welche er schützend an seine Brust drückte.

Die Post-Beamtin hatte schon einen in ihrer Hand und hielt ihm auffordernd die andere Hand entgegen, um die restlichen Zettel entgegen zu nehmen. Das wollte er einfach nicht. Wieder sagte er, jetzt aber schreiend, "Ich hab es doch schon einmal gesagt, eines nach dem anderen, verdammt".

Der kleine, dickliche Senior mit Krücken, der neben ihm gestanden hatte und auf etwas gewartet haben muss, sagt zu ihm, "Passen Sie auf, wie sie sich benehmen, Sie befinden sich in einem Bundesgebäude. Ich rufe die Polizei, wenn sie die Postbeamtin nochmals anschreien".

Respekt, habe ich gedacht, dieser Latino hat ja einen drauf. Ein cooles Maul und keine Angst. Der Schwarze jedenfalls hat danach ganz weinerlich gesagt, "Eines nach dem anderen bitte". Das muss gewirkt haben.

Als der dann gegangen war, wandte sich der Latino uns zu und sagte,"This Fucking Asshole".

Johnny,

so nenne ich ihn, streift wieder durch die Gegend in der Upper East Side.

Schon von weitem erkenne ich ihn an seinem unverkennbarem Gang und seiner Silhouette.

Brandmager ist er und auch heute trägt Johnny seine Röhren Jeans, schwarz-grau, tausendmal gewaschen und tausendmal im Tumbler getrocknet. Sie sind ihm viel zu lang, Diese engen Röhren bilden unzählige Falten, seine Beine wirken so wie übergrosse Schrauben.

Sein Oberkörper ist leicht vornüber gebeugt und zittert hin und her. Sein Kopf ist mit einer Drahtbrille und einem dünnem Schnauz dekoriert. Das Dunkelblaue Chilét über seinem Jeanshemd, dessen Ärmel er zurückgekrempelt hat und seinen kleinem braunem Flanell Stetson lässt ihn drohend aussehen.

Das macht mir keine Angst. Denn ich weiss, dass er 1915 aus einer Filmleinwand direkt in den Kinosaal herausgefallen ist und aus lauter Angst vor dem Publikum schrecklich gezittert hat. Ganz betäubt und immer noch zitternd ist er durch die Bankreihen hindurch gegangen, direkt zum Kinoausgang und von da auf den Gehsteig in New York.

So zittert er sich heute noch, Tag für Tag, durch die Stadt, auf der Suche nach dem "Ende"-Zeichen des Film, in dem er die Hauptrolle gespielt hatte.


Die zufällige Speisekarte
Zwei Frösche erzählen sich Witze.
Sie lachen und klatschen sich auf die Schenkel.
Der Koch versteht den Spass falsch.
Jetzt stehen beide auf der Speisekarte.

Der Testfahrer

Der Schweizer Formel1 Pilot befindet sich auf der langen Geraden. Er ist mit Vollgas unterwegs.

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Schick deine Seele in die Ferien

Wach auf, wenn sie ihre Augen öffnet und lass den Körper einfach liegen. Steck deine Gedanken in einem Papierflieger und hebe ab.

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Eine Mordsgeschichte

Feierabend. Giovanni der Metzger zieht seine Schürze über den Kopf und hängt sie an den Haken. Er schaut in den Spiegel, drückt seine Haarwelle zurecht und verlässt die Metzgerei.

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Die sechs markantesten Aussagen im Leben eines Schweizers

Aus meinen persönlichen Beobachtungen.

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Im Internet verschollen

Ich habe doch nur einmal reingeschaut.

Na ja, ab und zu und manchmal etwas mehr
und manchmal öfter immer länger.

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Ein verrückter Taxifahrer

Das Leben schreibt die Geschichten.

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Winnetou im Bundeshaus
Winnetou, der Indianer-Freund des Gesamtbundesrats schleicht um Peer Steinbrücks Haus. Da, ein Geräusch. Es kommt aus dem offenen Fenster im Parterre. Jemand hustet.

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Kein Geheimnis mehr

Heute Donnerstag um 04.45 haben amerikanische Sondertruppen die Schweiz besetzt. Das Bundeshaus wurde von 3 Marines gestürmt und von der Aussenwelt vollständig abgeriegelt.

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Die sieben Bundes-Zwerge

Schneewittchen kommt trällernd nach Hause. Sie macht einen fröhlichen Eindruck. Was sie nicht sieht ist der böse Wolf im Gebüsch. Er ist neu im Revier und ganz schwarz. Er hat etwas im Sinn.

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Fluch der Globalisierung

Wenn jemand im Bus nach Lupembe "Fuck you" sagt,
in Los Reyes der Koch dasselbe durch die Küche schreit,
ein Bürger auf den Aleuten sein Gegenüber damit beleidigt,

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Hallelujah, endlich eine gute Idee
Benedikt oder Bennie, wie ihn seine Kollegen nennen,
hat die Tiara auf den Badewannenrand gelegt.

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Der heilige Stuhl wackelt

"Guten Tag Herr Papst".

"Eminenz, bitte".

"Oh, Entschuldigung".

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Sinn des Lebens?

Mehr als neun Monate "sitzt" Du im Dunkeln.
Niemand ist da zum spielen. Nichts zum kauen
und ewig nass.

Du hörst all das dumme Gerede um dich herum.

"Ahh, Ohh, wie süss". "Ja, er schlägt dem Vater nach."
"Wir sind ja so glücklich". "Er ist unsere grosse Liebe".

Das geht zwei Jahre, dann ist Schluss. Niemand weiss
mehr so genau, warum Du unter uns weilst.
Du bist allen im Weg, fragst zuviel und machst alles
kaputt.

Jetzt wird geschrien, geschubst und gestossen.
Du musst essen, was dir vorgesetzt wird. Du musst
früh ins Bett und all das tun, was die andern
von dir wollen.

"Fuck you", geht es dir in deutsch durch den Kopf.
"Wartet nur, wenn ich frei bin, dann . . .".

Solche Gedanken fassen langsam Fuss
im Unterbewusstsein.

Dann, nach der Schule und den Lehrjahren,
wenn Du einen rechten Beruf "ergriffen hast"
geht es mit Deinem Leben endlich los.

Saufen, Rauchen, Vögeln, Fluchen,
dem Pfarrer die Ehre erweisen,
Fressen, Furzen, Kotzen,
Dummheiten kommunizieren,
die Juden verfluchen, Christus vergessen,
ein Gerücht ausstreuen, die Frau des Chefs vögeln,
Fressen, Fluchen, Lügen, die Lehrtochter vögeln,
die Krankenkassenprämie bezahlen,
Toiletten in Restaurants beschmutzen,
auf der Autobahn herum rasen,
im Supermarkt herum irren,
die Tochter des Freundes vögeln,
Benzin nachtanken, Kontaktanzeigen lesen,
Bluffen und ein grosses Maul führen,
ans vögeln denken, Fressen, Saufen, Fernsehen,
den Presidenten wählen, den Verkehr verfluchen,
einmal richtig Rülpsen, weils Spass macht,
gelangweilt den Sonntag verbringen,
vom vögeln träumen,
dann zur Nachbarin Guten Tag sagen,

ins Puff, weil die Nachbarin in den Ferien weilt,
an die Beerdigung und traurig drein schauen,
Angst vor dem Sterben verdrängen,
mit Kollegen das 2:0 besaufen,
die Steuern zahlen, höllisch fluchen,
berühmt werden wollen,

ins Puff, weil die Nachbarin in den Ferien weilt,
an die Beerdigung und traurig drein schauen,
Angst vor dem Sterben verdrängen,

Haben wir das nicht schon mal gemacht?

Ist das mein Leben?

Hat Du noch andere Fragen?

Sinn des Lebens

Heiliger Camillen-Tee

Karl hat fertig geträumt, es ist 05.32 Uhr. Das Morgenlicht
wirft ihre Strahlen auf das Gesicht der Frau, die neben
ihm liegt.

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Ueli in der Wüste

Ueli sitzt in der Economy Class. Das Aktendossier Gaddhafi im Schoss. Er nimmt die Brille ab und schaut aus dem Fenster. Sand, Sand, Sand soweit er sieht.

"Wo sind die Kühe?" geht es ihm durch den Kopf. "Geissen, Sennenhunde oder Berge?". Nichts, weit und breit.

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Ueli der ewige Knecht

"Ueli!, chunsch jetzt endlich emal, de z'Nacht isch fertig".

Uelis Stirn faltet sich. Er ist ratlos, wie alle Bundesräte. Darum atmet er tief ein, damit er sein Hirn mit Sauerstoff füllen kann. Ein Atemzug reicht für sein Hirn und für den ganzen Abend.

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Eva's Empfehlung
Adam, nimm doch endlich Vernunft an und iss ihn.

Nein, lass mich in Ruhe.

Aber du weisst es, deine Gesundheit liegt mir am Herzen.

Ich weiss doch, aber ich bin gesund genug.

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Glaube macht frei

Aldo sitzt in der Kirche. Erika, seine Frau, sitzt neben ihm. Der Pfarrer spricht von der Kanzel. Aldo hört ihn sprechen. Er denkt an die schöne Nachbarin. "Die will ich haben". Auch Erika hat gedanklich die Weichen gestellt. In Christinas Boutique bewundert sie eine Ledertasche. "Die muss ich haben".

Der Pfarrer räuspert sich. Niemand hört mehr zu. Aldo ist heiss. In Gedanken läutet er bei der Nachbarin. Erika zählt in Gedanken Ihr Erspartes nach. "Wird es reichen?" Aldo hat Glück. Seine Nachbarin steht im Türrahmen. Zum greifen nahe. "Ich bin Hilda", sagt sie. Seine Frau zählt nochmals nach. "Das reicht nicht. Scheisse".

"Hilda, haben sie eine Prise Salz für mich?", fragt Aldo scheinheilig. "Sicher, komm rein". Der Pfarrer blättert in der heiligen Schrift. "Heiliger Vater", beginnt er. Im Schlafzimmer schaut die Hilda in Aldo's Augen. "Heiliges Kanonenrohr", flüstert sie, "bist Du bereit für ein Scharmützel?"

In Christinas Boutique hat Erika einen Traum. Der erste Prinz von Indien kommt herein. Er sieht Erika und ist entzückt. Dann fällt er um, von ihrem Charme erschlagen. "Schade", sagt sie, "tot kann der kein Geld mehr ausgeben".

Aldo gewinnt die Hilda. Erika gibt auf. Vielleicht hilft mir beten. "Lieber Gott im Himmel, kennst Du Armani?"

"Ach was,
Amen".

Schweizer Blödsinn

Es rast ein Fisch durch's Glarnerland
mit einem Schüblig in der Hand,
verfolgt von einem Gnu im Polizei-Kanu.

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Im Schloss
Die Königin erwacht
"Mein Gott, tut mir der Kopf weh."

Sie greift sich an die Stirn,

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Buckingham Palace

Elisabeth sitzt im Lesezimmer.
Sie schaut zum Fenster hinaus.

Im Garten läuft Karl seinem Pferd hinterher.

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Mein Name ist Sex

Ich kann immer. Zu jeder Zeit. Tag und Nacht. Immer.

Wirklich.

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Eine Schnecke,
nennen wir sie aus Datenschutzgründen Bhagwanti,
kriecht im Höllentempo über eine nasse Strasse
in Islamabad.

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Die Stimmung heben
Einmal - früher - da hat man sich ein Gebiss machen lassen. Mit gutem Grund. Um länger kauen und schöner lachen zu können.

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Das Montagsauto
Schon gehört davon? Oder am Ende bereits eines gekauft? Schade, das tut mir wirklich leid für Sie.

Kaufen Sie sich doch eine Freitagstasche. Der Name verspricht mehr als einen Wochenendsausflug. Sie erhalten Freiheit geschenkt.

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Eine lange Woche
Wer in der Welt hat unsere Zeit, in Tage, Wochen und Jahre eingeteilt?

Eine lange Woche

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Der vergangene Sonntag, der wohl verdiente Tag unseres Herrn, war herrlich.

Lass uns deshalb nicht schon um 8 Uhr früh für unseren Chef rennen. Vergiss nicht, dass wir nur Menschen sind und Anlaufzeit brauchen.

Am Montag morgen lese ich die Zeitung mit den Sport vom Sonntag. Andere diskutieren über die vergangene Talk-Show. Die Lehrlinge blockieren das Internet. So sammeln wir für die montägliche Kaffeepause unsere Themen.

Lieber Herr, Du siehst, wir sind alle Individualisten. Hilf uns, diese Tradition zu wahren.

Sag uns lieber, wann der Boss mit dem Wagen vorfährt, damit wir an der Arbeit sitzen, wenn er reinkommt. Du weisst ja, eine Hand wäscht die andere!

Montag morgen

Lust, Fantasie oder Verstand?
Drei herrlich glänzende Erdbeeren lachen mich an. Ihre rote Farbe leuchtet mir freudig entgegen.
Der weisse Boden, auf dem sie sitzen, lässt mir das Wasser im Mund zusammen laufen. "Greif zu" flüstert die Lust mir zu. "Stell dir vor, wie süss sie schmecken", unterstützt sie die Fantasie.

Nun meldet sich noch der Verstand: „Pass auf, denk an dein Gewicht und an Deine Gesundheit. Da ist viel Fett drin, das den Cholesterinspiegel erhöht!".

„Der Zucker tut Deinen Zähnen nicht gut. Karies und Zahnfleischentzündungen sind die Folgen. Lass es lieber!"

Mein Herz setzt sich liebevoll zwischen die beiden Argumente. „Schaut mal, jemand hat diese Torte mit viel Liebe gemacht. Verdient nicht schon allein die Dekoration Euren Applaus? Wollt Ihr dem Pattissier tatsächlich die Freude vergällen?"

Könnte nicht ein Schnitte davon Dich glücklich machen? Mit Kaffee oder Tee und ohne saures Gewissen? Und nach Hause gehst du einfach zu Fuss.

Vielen Dank mein Herz, Deine Lust und Fantasie!

© 2005 Peter Kunz

Der Vogel, der mit dem Bus tanzte
Im Bus sitzt er neben mir und schaut mir frech ins Gesicht.

„Was für ein sympathischer Kerl", sage ich mir. Seine Augen leuchten schelmisch. Dann blickt er weg, blickt zur Decke und wieder zu mir.

Er treibt das Spiel eine ganze Weile. Auf seiner Schaukel balanciert er den federleichten Körper mit den Bewegungen des Busses. Er putzt seine Federn, betrachtet die Umgebung und genehmigt sich gelegentlich ein Körnchen.

Wiederum richtet er den Blick zu mir, als wollte er sagen „Gäll, das chasch halt nöd!" Ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen.

Tatsächlich, der Vogel tanzt mit dem Bus und amüsiert sich köstlich. Locker hüpfen sie über die Schlaglöcher. Und er vermittelt mir eine kleine Weisheit: Geniesse den Moment, nimm ihn so wie er ist. Manchmal liegt sogar ein Tänzchen drin.

© 2005 Peter Kunz


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