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Das grosse Sonntagsinterview
Applaus, Applaus

Lieber Gott, ich begrüsse dich im Namen aller Zuschauer, denen im Saal und denen zu Hause vor dem Fernseher.

Herzlich Willkommen.

Danke schön! Applaus, Applaus - danke schön - Applaus

Da dich alle Zuschauer kennen, muss ich nicht viel über dich erzählen.

Meinst Du wirklich?

Ja, ich glaube schon. Dich kennt doch jeder Knirps.

Gut, ich schätze es, so bekannt und beliebt zu sein.

Darf ich mit der ersten Frage beginnen, lieber Gott?

Ja, sicher, mach es dir einfach. Ich bin sehr umgänglich.

Sag mal, wie bist du eigentlich hierher gekommen?

Habe nicht ganz verstanden. Hast du gefragt, warum ich hierher gekommen bin?

Nein, äh, eigentlich ja.

Also, das ist einfach zu beantworten. Ich bin hier, um euch meine grenzenlose Liebe zu schenken.

Ah, das finde ich toll von dir.

Weisst du, schenken macht mir Freude.

Sag mal, was hältst du eigentlich von uns Menschen?

Ist das nicht eine Frage, die Ihr selber beantworten müsstet?

Vielleicht schon, aber deine Meinung ist uns wichtig.

Traust du dir die Antwort nicht zu?

Doch, doch, no Problem.

Also, sage es uns.

Okay, siehst du, es ist so. . . Also, hmm . . . eigentlich. . . Ich glaube, wenn . . .

Leider müssen wir dieses äusserst interessante Interview abbrechen. Das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft steht an.

Vielen Dank für's zuschauen und bis zum nächsten Mal.

© 2005 Peter Kunz

Mein lieber Gott . . .

Ja, mein Sohn, ich habe dich erwartet. Ich freue mich, von dir zu hören. Was bringt dich zu mir?

Sag mal, gibt es nur einen Gott?

Was denkst du?

Also, man sagt, es gebe Allah, JHWH, dich unter anderem . . .

Mich unter anderem? Was meinst du damit?

Ich bin neutral, ich habe da keine Meinung. Ich will mich mit niemandem anlegen.

Auch mit mir nicht? Wir sind unter uns.

Nein, lieber nicht.

Glaubst du, es gibt mehr als nur einen Gott?

Eigentlich nicht.

Warum glaubst du das?

Bei der Schöpfung kann nur einer die Hand im Spiel gehabt haben. Das erkenne ich am Stil.

Eine gute Antwort, mein Sohn, aber welcher von den genannten Göttern ist denn der richtige?

Das ist nicht so einfach zu beantworten.

Zweifelst du an mir?

Nein, nein, nimm es mir nicht übel, aber es sind so viele, die da genannt werden.

Denk einmal darüber nach.

Du bringst mich durcheinander.

Vielleicht, weil du es nicht gewohnt bist, solche Gedanken zu wälzen.

Also, ich mache nochmals einen Anlauf.

Eine gute Idee, mein Sohn. Nimm dir Zeit, ich bin in aller Ewigkeit für dich da. Ruf mich, wenn du bereit bist.

© 2005 Peter Kunz

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