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Ein Bulle zum Spass

Kano steht an der Ecke 48ste Strasse und Madison Avenue. Er redet wie ein Wasserfall. Optimistisch, farbig und afrikanisch.

Er trägt einen synthetischen Anzug, attraktive Kravatte und eine goldene Armbanduhr. Seine Schuhe tragen Hochglanz. Sein Plakat wirbt für zwei Anzüge zum Preis von einem. Jetzt beendet er sein regenbogenfarbenes Gespräch. Ich gehe auf ihn zu und frage ob ich ihn etwas fragen darf. Er lacht, bitte schön, fragen sie was sie wollen.

Welche Sprache haben sie in ihrem Gespräch nach Afrika gesprochen? Ha, Sie kennen Mali? Meine Heimat? Nein, bei weitem nicht, antworte ich ihm. Ich lese darüber, weil ich auch ein neugieriger Mensch bin.

Nun, lacht er, ich habe einen Bullen gekauft, fährt er fort, und der wird nach Mali verschifft. Für meinen Bruder. Ich besitze ein Duzend Kühe und die brauchen mehr Spass. Damit wird mein Bruder ein wohlhabender Mann in seinem Dorf.

Das ist ja grosszügig, entgegne ich ihm. Ja, ja meint er mit runzliger Stirn. Er will nach New York kommen und sein Geld hier verdienen. Was soll ich tun? Der Bulle ist da, mein Zimmer zu klein und in Ruhe schlafen will ich auch. Er hat mein neues Angebot akzeptiert, ich verschiffe ihm einen Gebrauchtwagen, sobald er drei neue Kälber präsentieren kann.

Gute Idee, aber was geschieht, wenn er das Aute bekommen hat? Mit Sicherheit wird er es verkaufen und ein Flugbillet nach NY kaufen. Nun, bis dahin habe ich mehr Verdienst und lebe in einer grössere Wohnung. Er lacht und meint, dann hat auch er Platz um in Ruhe schlafen zu können. So behalten wir den Frieden. Wir lachen und ich gehe von dannen.

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