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Seit Ewigkeiten immer wieder dasselbe

Unsere frühen Vorfahren hatten nur eine Wahrheit und das war deren Realität. Bären, Wölfe und Hunger. Simpel und einfach. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass wir, 7000 Jahre später, Smartphones, Sex und Supermärkte haben und dass wir sie primitiv nennen.

Hätten die unsere Meinung gekannt und wären wir zugegen gewesen, hätten sie uns wo möglich verspeisen.

Heute haben wir unsere eigene Wahrheit. Smartphones, Sex und Supermärkte. Simpel und einfach. Wir haben die Zukunft im Griff.

In der fernen Zukunft werden die Menschen den Kopf schütteln über uns. "Die Zukunft im Griff? Wie arrogant". Würden die jetzt unter uns weilen, würden wir sie wohl verspeisen.

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Ich habe, Du hast, er hat, Ich aber will alles. Geil

Tanja hat sich gestern die neuesten Klamotten gekauft
Das trendigste selbstverständlich. Wer möchte heute noch alt aussehen als 24 jährige. Ihre Kolleginnen sind eben immer auf dem neuesten Stand. Top Mode, Top Models. Geil.

Dafür habe ich mir das neueste iPhone gekauft
Mit Selfie Stativ. Klar, ich will bei meinen Freunden super ankommen. Vom Tessin Trip, aus Genėve und von der italienischen Riviera. Einfach Geil.

Jetzt planen wir eine Rundreise nach China, Geil,
Kambodscha, Vietnam und so. Ferien halt, Geil. Man muss doch die Klamotten zeigen, sonst wird es langweilig. Die sollen sehen, was wir haben. Nochmals Geil, weil es so Geil ist.

Nun lese ich, dass deren Fabriken explodieren
was die Umwelt verschmutzt, das Wasser und die Luft vergiftet und das Leben fast unmöglich macht . Das ist ja wahnsinnig. Warum brauchen die giftige Komponenten für Mobile Phones und Spielzeuge? Die sind ja blöd. Und die Arbeiter sind alle krank. Wie kann man nur. So könnte ich niemals leben. Scheisse.

Selber schuld!

https://www.youtube.com/watch?v=KfANs2y_frk


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Schneller Flug

Mit 49'600 Kilometern pro Stunde rast die Sonde "New Horizon" durch das All an den Rand des Sonnensystems. Ich komme soeben vom Supermarkt und schlendere gemütlich nach Hause. "New Horizon" ist noch einige Millionen Kilometer von seinem Ziel entfernt. Im Wohnzimmer entspanne ich mich auf dem Sofa, mit einer Tasse frisch gebrautem Kaffee.

In Plutos Umfeld vermuten die Wissenschafter Staubwolken. "Warum wollen die das wissen", frage ich mich. Der Zucker im Kaffe löst sich auf und verbreitet seine Süsse mit jedem weiteren Schluck. Für "Horizon" könnte ein einziges Staubkorn alle geplanten Projekte beenden. Ohne Plan fliegen einige Möwen vor dem Fenster herum, hin und her, hinauf und herunter, ohne Zusammenstoss. "Was für Aufschneider", schmunzle ich.

Neun Jahre lang, in einem schnurgeraden und langweiligen Flug, ist "Horizon" wenige Tage von Pluto entfernt. Dann wird sie ihre ersten Aufnahmen nach Hause senden. Die Welt wird wohl darüber staunen. Ich schalte den Fernseher ein, um Star Wars anzusehen. Hautnah. Das wird spannend.

The four Swiss

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