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Die Militär-Akademie

Ein zivilisierter Staat führt solche vom Gesetz legitimierten Institutionen und Bildungsstätten. Das Volk hat sie wortlos anerkannt.

Wirkliche Männer studieren dort das töten und hinterlistiges abschlachten, bis hin zur geheimgehaltenen Massenexekution. Ihr angeeignetes Wissen nutzen sie auf den Schlachtfeldern. Sie verführen naive, ungebildete Soldaten dazu, dem Ruf des Vaterlandes zu folgen um gegen jeden Nachbarn in den Krieg zu ziehen. Auch wenn dieser sich in einem anderen Kontinent befindet.

Dies, obwohl man seit langem am Strand des Feindes Ferien bucht, Verlobte besucht, Einkaufstouren führt, Partnerfirmen teilt, über dieselben Witze lacht oder einfach mit FaceBook verbunden ist.

Die Militär-Akademie hat auch die Sprache des Krieges verfeinert. "Kollateral-Schaden" zum Beispiel klingt wie "Unordnung im Kinderzimmer". Wir naiven, ungebildeten, ohnmächtigen und irregeleiteten Bürger, glauben dies. Und alle anderen Lügen ebenso.

So glaubt der Patriot, dass der Präsident nur in einem Bunker sicher ist. Es braucht einen einzigen Überlebenden, der vom Sieg berichten kann. Wer kann das besser als der Präsident?

Wieso und warum will das jemand werden? Kann man damit ehrlich leben? Gibt es einen der unvergessen ist? Nicht wegen den Schäden, die er hinterlassen hat. Vielmehr einer, den man immer wieder wählen würde. Dahinter findest Du die wahren Antworten.

Übrigens, Pygmäen und Aborigines kennen Militär-Akademien nicht. Auch keine Grenzen. Was man fortschrittlich nennen darf.


2015, eine Vision
Du besuchst die vom Volk gegründete Akademie des Friedens, wo alle ihre Entwicklung fördern und kultivieren können. Was mehr Sinn macht, als das geschilderte Gegenteil. Die Zeit ist reif. Machst Du mit? Frag auch deine Kinder danach.

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Das wirklich gelebte Leben
So ist es. Du stehst auf dem Drahtseil. Es gibt zwei Richtungen. Sich auf dem Weg umdrehen ist heikel. Der Weg vor dir ist lang und unberechenbar. Unter dir findest Du diese wunderschönen Landschaften. Ihre Flüsse und Seen. Hügel und Dörfer. Städte und schneebedeckten Berge. Alle Wunder dieser Welt.

Du kannst bleiben wo Du bist
Oder Du bewegst dich vorwärts. Beides ist nie falsch. Bleibst Du, kann es langweilig werden, oder Du wächst mit den wechselnden Jahreszeiten und dem Wetter, den Lichtern durch den Tag und wahrend den Nachtzeiten. Mit allem was die Natur dir offenbart. Oder Du betrachtest diese Wunder in deinen Pausen von unterwegs. Langweile wirst Du nicht erleben.

Was immer Du tust,
ist deine Entscheidung. Ob Du krank wirst und früher vom Leben Abschied nimmst, ob Du ein geruhsames oder ein langweiliges Leben führst oder abstürzest. Am Schluss bleibst Du immer die Person, die anderen in Erinnerung bleibt. Als Mensch.

Einzig der Kollaps
unseres traumhaft schönen Planeten, verursacht durch uns alle, kann dir einen Strich durch die Rechnung machen. Es wäre schade um all die Mühen von vorher.

Niemand könnte sich dann an dich und an anderes erinnern.

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Lieber Papst, stellvertretender Gott

dein oberster Chef hat mir beim beten zugehört. Jetzt bin ich auf dem Weg nach Amerika, was schon immer mein Traum war.

Nun sitze ich im Terminal, in Los Angeles,
und halte das TIME-Magazin in Händen. Verwundert lese ich über Mekka, dem heiligen Ort einer anderen Religion.

Unser Padre Giovanni aus Peru,
hat uns nie davon erzählt. Hätte er das damals getan, würden wir heute anderen Religionen mit Respekt begegnen. Er hat damit auch meine Wahl der Religion verwehrt. Wem kann ich jetzt noch glauben?

Wo und wer ist mein Gott?
Dafür haben wir singen und beten gelernt. Geholfen hat das nicht. Er hat auch von der Hölle gesprochen, wovor wir viel Respekt und noch mehr Angst hatten. Ich hätte gerne interessanteres über Gott erfahren, etwa was wir mit Liebe alles erreichen können.

Mekka ist auch kein Staat
wie der Vatikan es ist. In Rom nämlich wohnen nur Menschen, welche die Schule besucht haben und sich die Miete leisten können. Die Hungernden, die Armen und Kranken leben und betteln auf den Strassen. Jene nämlich, um die sich Christus gekümmert hatte.

Nun, mein lieber Papst, Du magst ja ein netter Kumpel sein, ich habe mich jedoch entschieden Abstand zu nehmen von Rom. Nimm es mir nicht übel.

Übrigens, das mit der Hölle
ist eine der Un-Wahrheiten, welche der Vatikan den Gläubigen predigt.

Also dann Herr Papst, ich fliege jetzt weiter nach New York.
Ciao

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Die Feuerpause
Im Konflikt zwischen Ländern dient die Pause dazu, Tote zu begraben, Munition zu beschaffen und Waffen nachzuladen, um für die Fortsetzung des Massakers an unschuldigen Menschen bereit zu sein.

Sie dient auch dafür, dass die Mitarbeiter der Medien und deren Konsumenten ihren Wagen anders parkieren oder auf's Klo gehen können. Auch die müssen mal Pause machen, oder etwa nicht?

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Erinnerung aus der Zukunft
Ein Schatten gleitet leichtluftig über die unberührte, grün-blaue Landschaft. Er bewegt sich so geruhsam wie ein Wanderer auf seinem geliebten Pfad. Sein Flug über die Unebenheiten am Boden, macht den Eindruck als tanze er über die Landschaft. Über dem Wasser verzaubern die kräuselnden Wellen seine Form in ein anmutiges Flimmern. Das Fahrzeug bewegt sich jetzt Richtung Urwald.

Der Kapitän steuert das Schiff mit seinen Gedanken. Mit nichts anderem. Dieses Raumschiff dessen Schatten über die Landschaft eines uns unbekannten Planeten gleitet, hat einen Durchmesser von fünf Meilen. Sein Rahmen ist aus dunklen Material gebaut. Dieser schluckt das Licht und macht seinen Schatten zum dunklen Begleiter der fliegenden Plattform. Sein Boden ist aus Glas gestaltet. Vollständig durchsichtig. Will man die Landschaft näher betrachten, denkt man sich das einfach so aus und schon ist deren Vergrösserung durch den Glasboden sichtbar. Für den Bewohner aus einer rückständigen Zeit, wie dem Atomzeitalter, braucht dies eine Angewöhnungszeit.

Die Menschen, welche zusteigen, begrüssen sich mit freundlichem Lachen. Da ist kein Laut zu hören. Alle verständigen sich mittels Gedanken. Mit einer Sprache, welche sich nicht aus Worten und Sätze zusammen setzt. Vielmehr sind es Bilder, solche die unvergleichbar sind mit jenen aus Frühzeiten der Menschheit. Ein einziges Bild beinhaltet mehrere Sätze oder oft eine ganze Geschichte. Diese Bilder werden im Gespräch ständig von nachfolgenden Bildern abgelöst. Wenn Menschen hier zusammen sind, gleicht es einem Treffen in einer Kunstgalerie. Diese Sprache darf man als individuelle Kunstwerke betrachten, die der Charakteristik einer Künstlerhandschrift entspricht. Die Darstellung der Bilder übertrifft jede menschliche Fantasie.

Diese Art des Austausches kennt keine Langeweile. Sprechen in Bildern ist eine Kunstform und alle hier sind Gestalter. Zu erwähnen ist, dass man sich hier nie über Geschehenes, oder Vergangenes unterhält. Man kreiert aus Freude andauernd neues. So ist alles unberührt und so erfrischend neu. Small Talk oder Klatsch entsteht so nie.

Der Kapitän wandert auf der gläsernen Plattform umher und beobachtet die Route seines Fahrzeugs. Eine Kommandozentrale gibt es nicht, weil der Begriff "Kontrolle" nicht verstanden wird. Zwischendurch schaut er zu seinen Passagieren und tauscht Bilder mit ihnen aus. Was immer gute Laune kreiert.

Der Mitreisende, ein geladener Gast aus der Frühzeit, fragt den Kapitän nach etwas essbarem, was Erstaunen auslöst. Erst nach intensiver und bildhafter Beschreibung mit Hilfe der Arme und Hände wird sein Wunsch verstanden. Enttäuscht wendet der sich ab, weil sein Appetit nicht gestillt werden kann. Deshalb denkt er an eine Rückkehr in seine bequeme Frühzeit.

Ein Blick auf die Menschen jedoch ändert seine Idee. Etwas hält ihn hier gefangen. Seine Erlebnisse auf dieser Reise haben ihn mit Friede und Gelassenheit erfüllt, was er sich seit langem schon sehnlichst herbei gewünscht hatte.

Soll er zurück in das Atomzeitalter, wo man immer alles haben kann? Wo man alles mühsam und mit unberechenbaren Schäden an allem und allen erkaufen muss. Wo weder Friede noch Harmonie herrscht. Wo Menschen sich nicht vertrauen und sich auch nicht beistehen?

Dies hier ist doch erstrebenswert, wenn es auch mit dem Verlust der eigenen, unbeholfenen und verarmten Sprache verbunden ist und wo man sogar die Vergangenheit unbeachtet lässt. Und wie er selber erfährt, wo Menschlichkeit mit Sicherheit von Herzen kommt.

Ja, das will er. Er bleibt. Keine Rückkehr im Sinn.

Gut gemacht.

Neverlasts.jpgNichts dauert Ewig

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Die Sekte
Ein Trostpflaster. Es hält solange der Kleber aktiv ist.

Grillieren
Die Sonne brennt wie Holzkohle, die Würste schwitzen, Hunde bellen, Kinder schreien wie am Spiess, Moskitos spielen Kamikaze, Schweiss rollt über die Bäuche, rauchig schmeckt die Luft, die Mägen knurren, das Bier wartet kühl und geil, kein Papier auf dem Klo, die Spülung blockiert, alles ist voller Fliegen, der Duft unerträglich, das Wasser abgestellt, die Handtücher gestohlen, dein Nachbar flucht schon wieder ohne Grund, - das wird ein toller Grill Tag.

Dem Montag stehen die Haare zu Berg.

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Aus der Geschichte der Menschheit

Als Höhlenbewohner mussten wir teilen und tauschen um überleben zu können. Alle assen verbranntes Fleisch und trugen die gleichen fettigen Kleider. Die Bastler stellten Speere und Schneidewerkzeuge her. Die Jäger sorgten für die Lebensgemeinschaft. Die Frauen machten was die Männer von ihnen verlangten. Dicht am Lagerfeuer sassen die Führer und frassen was sie konnten. Wir mussten hinten sitzen, frieren und auf die Zähne beissen. So haben wir gelernt gerecht zu teilen.


Später haben die Menschen Zelte gebaut, die Jagd verfeinert und das Kochen verbessert. Die Kleider sassen etwas enger, die Führer trugen Hörner oder Federn auf dem Kopf. Sie sassen immer noch am Lagerfeuer und frassen was sie konnten. Die Frauen machten immer noch was die Männer von ihnen verlangten. Es gab immer noch kein Fernsehen. Wir sassen immer noch frierend im Dunkeln und haben auf die Zähne gebissen. Teilen macht halt Spass.


Heute benehmen wir uns immer noch wie zu den Frühzeiten. Alles ist gleich geblieben. Anstatt Felle tragen wir Designer Klamotten und machen Kreuzworträtsel. Wir essen im Kult Restaurant, wir haben die Arroganz kultiviert und die Frauen müssen immer noch tun was Männer von ihnen wollen. Nur ihr Zahltag hat sich verbessert. Alle die aus dem Krieg nach Hause kommen, müssen immer noch im Dunkeln sitzen. Dafür haben sie Heizung, Fernsehen, Mobile Phones und Internet bekommen. Jetzt schweigen sie endlich. Wir haben tatsächlich Fortschritte gemacht. Teilen bringt uns eben weiter.

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Es muss mehr geben im Leben. Richtig?
Es kann nicht sein, dass die Schöpfung derart banal ist.

Das Universum ist doch grenzenlos
Und trotzdem kommen wir nicht weiter als zum Kühlschrank.

Lieber hegen wir Furcht und hätscheln die Unsicherheit
Wir tändeln mit der Langeweile und liebkosen die Ignoranz.

Das lehrten uns die Eltern
Der Lehrer und die Kirche ebenfalls. So läuft das eben. Dafür gibt es Lohn. Den haben wir verdient.

Damit kaufen wir dreissig Tage Glück
Sex, Drogen und Fun. Ohne denken zu müssen. Der nächste Zahltag kommt bestimmt. Für das gleiche Stück Glück. Stück für Stück. Ohne Ende.

Ich aber will mehr
Ich will die Unendlichkeit ergründen. Ich will die Erfahrung aller Erfahrungen erfahren. Ich will ohne Ende die Endlosigkeit leben.

Hallo, ist noch jemand da?

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The four Swiss

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