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Krieg
Eine Angelegenheit von wenigen Männern, die millionen von Toten, verkrüppelten und verarmten Menschen hinterlassen und grosses Elend verbreiten. Das Volk kennt den Grund dafür nicht. Es schiesst, tötet, schweigt und stirbt. Warum? Es ist eben ein Krieg, da muss man hin.

Johnny,

so nenne ich ihn, streift wieder durch die Gegend in der Upper East Side.

Schon von weitem erkenne ich ihn an seinem unverkennbarem Gang und seiner Silhouette.

Brandmager ist er und auch heute trägt Johnny seine Röhren Jeans, schwarz-grau, tausendmal gewaschen und tausendmal im Tumbler getrocknet. Sie sind ihm viel zu lang, Diese engen Röhren bilden unzählige Falten, seine Beine wirken so wie übergrosse Schrauben.

Sein Oberkörper ist leicht vornüber gebeugt und zittert hin und her. Sein Kopf ist mit einer Drahtbrille und einem dünnem Schnauz dekoriert. Das Dunkelblaue Chilét über seinem Jeanshemd, dessen Ärmel er zurückgekrempelt hat und seinen kleinem braunem Flanell Stetson lässt ihn drohend aussehen.

Das macht mir keine Angst. Denn ich weiss, dass er 1915 aus einer Filmleinwand direkt in den Kinosaal herausgefallen ist und aus lauter Angst vor dem Publikum schrecklich gezittert hat. Ganz betäubt und immer noch zitternd ist er durch die Bankreihen hindurch gegangen, direkt zum Kinoausgang und von da auf den Gehsteig in New York.

So zittert er sich heute noch, Tag für Tag, durch die Stadt, auf der Suche nach dem "Ende"-Zeichen des Film, in dem er die Hauptrolle gespielt hatte.


The four Swiss

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